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| (c) Jérome Maison / Bonne Pioche |
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„Der kälteste, windigste, trockenste und düsterste Kontinent der Erde“ Ernest Shackleton, Forschungsreisender
DIE ANTARKTIS Wenn es Winter wird in der gnadenlosen Eiswüste der Antarktis, einer der unwirtlichsten Gegenden des Planeten, nimmt eine bemerkenswerte Reise ihren Lauf – und das seit Urzeiten. Tausende von Kaiserpinguinen verlassen die tiefblaue Sicherheit der Meere – ihren angestammten Lebensraum –, klettern aufs Packeis und machen sich auf den langen Weg in eine Region, die so trostlos und so extrem ist, dass dort zu dieser Jahreszeit keine andere Lebensform existieren kann. Im Gänsemarsch schreiten die Pinguine voran, geblendet von Schneestürmen, gebeutelt von Hurrikan-artigen Winden, aber letztlich unbezwingbar und getrieben von dem überwältigenden Wunsch sich zu paaren und fortzupflanzen, um das Überleben ihrer Spezies zu sichern.
Die Wörter Antarktis und Arktis leiten sich von dem griechischen Wort Arktos ab, das Bär bedeutet. Arktos bezeichnet den Großen Bär, ein Sternbild in Form eines Bären, das am Sternenhimmel der nördlichen Hemisphäre zu beobachten ist. Daraus entstand das Wort Arktis, das den Nordpol bezeichnet.
Antarktis setzt sich aus anti (gegen) und arktos (Großer Bär) zusammen und bezeichnet den am Südpol gelegenen Kontinent.
Er besteht aus Packeis, das den Ozean bedeckt, und einer 35 Millionen Jahre alten Eisschicht. Die Entfernung des Kontinents zu Neuseeland beträgt 2000 Kilometer, von Südamerika liegt die Antarktis 975 Kilometer entfernt.
Mit einer Fläche von 14.000.000 Quadratkilometern ist die Antarktis der fünftgrößte Kontinent. Die Dicke der Eis- und Schneeschicht beträgt zwischen 2100 und 4700 Meter.
Die Antarktis gilt als als eine der unwirtlichsten Gegenden der Welt. Hier wurden die stärksten Winde und niedrigsten Temperaturen gemessen. Am 21. Juli 1983 sank das Thermometer in der Antarktis auf rekordverdächtige 89,6 Grad minus. Im Januar, dem dortigen Sommer, erreichen die Durchschnittstemperaturen an den Küsten Null Grad. Im Inneren des Kontinents betragen sie im Schnitt 30 Grad minus. Im Juli, dem dortigen Winter, herrschen an den Küsten Temperaturen von durchschnittlich 20 Grad minus und im Innern von 65 Grad minus.
In der Antarktis, wie übrigens in allen kalten Regionen, wirkt sich der sogenannte Windchillfaktor extrem aus: Bei starken Winden beträgt die gefühlte Temperatur das acht- bis zehnfache der gemessenen Temperatur.
Das Madrider Abkommen 1961 wurde die Antarktis zur neutralen Zone und 1985 zum Welterbe der Menschheit erhoben. 1991 haben insgesamt 42 UNO-Staaten im Madrider Abkommen die Antarktis zu einem „dem Frieden und der Wissenschaft gewidmeten Naturreservat“ erklärt und verpflichteten sich seither zu ihrem Schutz. Die Antarktis ist nicht nur durch die Klimaerwärmung bedroht, sondern auch durch wachsenden Tourismus sowie durch Abfälle und Sondermüll von 40 Forschungsstationen.
AUSWIRKUNGEN DER ERDERWÄRMUNG Die Erderwärmung, die vor allem die Polarregionen betrifft, und die daraus resultierenden Klimaveränderungen treffen zuerst die dort lebenden Tiere: Im Norden wie im Süden sind sie die ersten Leidtragenden der Eisschmelze und ihrer Konsequenzen. Mittelfristig gesehen werden Eisbären und Pinguine ihren Lebensrhythymus und ihre Gewohnheiten ändern müssen, wenn sie überleben wollen.
2001 etwa lösten sich im Ross-Meer-Gebiet zwei gigantische Eisberge vom Schelf und versperrten den Adélie-Pinguinen auf der Nahrungssuche die herkömmliche Route, worauf sie einen Umweg von mehr als 50 Kilometern machen mussten. Im selben Jahr starben zahllose Kaiserpinguinküken, als die Eisschmelze vorzeitig begann – lange bevor sie schwimmen gelernt hatten. Obwohl diese frühe Eisschmelze durchaus keine Seltenheit ist, dürfte sie künftig öfter auftreten, wenn die Temperaturen weiter so steigen. Forschungen der Dumont-d’Urville-Station, die im Osten des Kontinents liegt, haben ergeben, dass die Kaiserpinguin- Kolonie an der Pointe Géologie sich innerhalb von 50 Jahren um 3000 Paare reduziert hat; die höchste Todesrate wurde in den Jahren 1976 und 1980 registriert, als das Packeis sich so weit zurückentwickelte wie nie zuvor.
Im Westen des Kontinents, wo die Temperaturen innerhalb von 50 Jahren um 2,5 bis drei Grad gestiegen sind ergrünt bereits ein Teil der antarktischen Halbinsel, weil dort neuerdings Algen und Moose wachsen.
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