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| (c) Jérome Maison / Bonne Pioche |
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| (c) Jérome Maison / Bonne Pioche |
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„Die Reise der Pinguine: eine der schönsten Liebesgeschichten der Welt ...“
Wenn es Winter wird in der gnadenlosen Eiswüste der Antarktis, einer der unwirtlichsten Gegenden des Planeten, nimmt eine bemerkenswerte Reise ihren Lauf – und das seit Urzeiten. Tausende von Kaiserpinguinen verlassen die tiefblaue Sicherheit der Meere – ihren angestammten Lebensraum –, klettern auf das Packeis und machen sich auf den langen Weg in eine Region, die so trostlos und so extrem ist, dass dort zu dieser Jahreszeit keine andere Lebensform existieren kann. In einer langen Reihe schreiten die Pinguine voran, geblendet von Schneestürmen, gebeutelt von hurrikanartigen Winden, aber letztlich unbezwingbar und getrieben von dem überwältigenden Wunsch, sich zu paaren und fortzupflanzen, um das Überleben ihrer Spezies zu sichern.
Geleitet von ihrem Instinkt und dem gleißend hellen Licht des „Kreuz des Südens“ wandern sie zu ihrem traditionellen Fortpflanzungsort, wo sie sich – nach einer rituellen Balz komplizierter Tänze und vorsichtiger Annäherung, die von einer Kakophonie ekstatischer Gesänge begleitet wird – zu Paaren zusammenfinden, die eine monogame Beziehung führen.
Die Tage werden kürzer, das Wetter rauer. Die Kaiserpinguinweibchen verweilen nur so lange, bis sie ein einziges Ei gelegt haben. Danach kehren sie, erschöpft von Wochen ohne Nahrung, zurück über das Packeis in den fischreichen Ozean. Die Rückreise ist gefährlich, räuberische Seeleoparden lauern. Die Kaiserpinguinmännchen bleiben an Ort und Stelle, um die kostbaren Eier auszubrüten, die sie auf ihren Füßen balancieren. Dabei sind sie Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt ausgesetzt, trotzen den schrecklichen Unbilden des arktischen Winters und anderen Gefahren.
Nach zwei schier endlosen Monaten, in denen die Männchen keine Nahrung zu sich nehmen, schlüpfen die Küken. In jener unheimlichen weißen neuen Welt, in die sie hineingeboren werden, können die Küken nur begrenzt von den knappen Nahrungsreserven der Väter zehren. Benötigen ihre Mütter zu lange, um mit frischer Nahrung vom Meer zurückzukehren, müssen die Küken sterben.
Sind die Familien schließlich wiedervereint, erfolgt ein Rollentausch: Die Mütter bleiben bei ihren Jungen, während sich ihre Partner, erschöpft und nahezu verhungert, auf den Weg ans Meer machen, um Fische zu fangen. Unterdessen, im antarktischen Sommer, sind die Küken der allgegenwärtigen Bedrohung durch räuberische Riesensturmvögel ausgesetzt. Während die Temperaturen steigen, das Eis allmählich rissig wird und zu schmelzen beginnt, wiederholen die Erwachsenen die anstrengenden Reisen zwecks Futtersuche unzählige Male; dabei legen sie hunderte von Kilometern zurück, die sie durch eines der heimtückischsten Gebiete der Erde führt – so lange, bis die Küken groß genug sind, um erste zögerliche Tauchgänge hinab in das tiefblaue Meer der Antarktis zu wagen.
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